Ein steile These zu Beginn: Radfahren lehrt mehr über Führung
als die meisten Managementbücher.
Nicht metaphorisch, sondern konkret.
2023 besuche ich im Lenbachhaus in München
eine Ausstellung der Blauen Reiter. Landschaften. Bewegung. Farbe. Und dann lese ich diesen Satz von Gabriele Münter:
„Ohne Fahrrad bin ich nur ein halber Mensch.“
Ein Satz, der mich unerwartet trifft. Nicht, weil er spektakulär ist, sondern weil er wahr ist.
Ohne Bewegung – keine Entwicklung.
Ohne Wege – keine Bilder.
Ohne Selbstführung – keine Führung.
Doch je länger dieser Satz in mir nachhallte, desto deutlicher wurde:
Hier geht es um mehr als Mobilität.
Hier geht es um eine Haltung zum Leben.
Radfahren ist nicht nur Fortbewegung.
Es ist eine Form, sich selbst zu erleben.
In Bewegung. Im Rhythmus. In Beziehung zur Welt
Wir leben wieder in einer Zeit des Umbruchs.
Komplexität. Beschleunigung. Dauerbewertung.
Und plötzlich taucht das Fahrrad überall wieder auf.
Nicht nostalgisch.
Sondern hochaktuell.
Das E-Bike als Symbol: Technologie im Dienst des Menschlichen.
Auch in der Wirtschaft verschiebt sich etwas.
Der Dienstwagen verliert Glanz.
Das Jobrad gewinnt Bedeutung.
Wieso?
Weil Radfahren etwas zurückbringt, das vielen fehlt:
Sich selber wieder aktiv spüren – den eigenen Körper als Resonanzraum wahrnehmen.
Wer Rad fährt, spürt sich.
Dosiert Kraft.
Wählt Tempo.
Trifft Entscheidungen.
Jeder Tritt ins Pedal ist Selbstführung.
Und vielleicht bewegt uns das Rad gerade deshalb wieder so stark:
Weil äußere Führung allein nicht mehr reicht.
Weil wir innere Klarheit brauchen.
Haltung. Orientierung.
In meinem Buch nutze ich das Fahrrad als Denkmodell. Gedanklich lehnt es sich an die Tour de France an – nicht als Glorifizierung des Wettbewerbs, sondern als Sinnbild unserer Leistungsgesellschaft.
Auch wir fahren Etappen.
Auch wir vergleichen.
Auch wir kämpfen mit Druck, Tempo und Erwartungen.
Und über allem liegt unser Mindset – unser innerer Streckenplan.
In vier symbolischen Alpenetappen – Mindset, Veritas, Resilienz und Emotion – erkunde ich, was wir vom Radfahren für Führung, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Zukunft lernen können, als Einladung, Führung neu zu denken.
Diese Einfahrrunde soll Lust machen.
Lust auf Bewegung.
Lust auf Reflexion.
Lust darauf, die eigene Haltung neu zu justieren.
Denn eines ist sicher:
Ohne Bewegung bleibt alles stehen.